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Freitag, 23. März 2012
Jetzt ist es gefühlt schon eine Ewigkeit her, dass ich das letzte Mal ein bisschen aus meinem Leben hier in Shanghai berichtet habe. Das ändere ich dann mal ganz schnell.
Ziemlich genau zwei Monate bin jetzt hier und langsam aber sicher bin ich völlig im Alltagsleben angekommen. Mein Praktikum läuft vor sich hin und ist weiterhin interessant, wenn auch nicht weltbewegend. Es dauert aber auch nicht mehr allzu lange bis ich für die zweite Hälfte meines Praktikums in eine andere Abteilung wechsle. Da steht mir möglicherweise eine völlig andere Praktikumserfahrung bevor. Man wird sehen.
Das Leben in Shanghai ist aber weiterhin eine besondere Erfahrung, die vor allem durch die Tatsache, dass das Wetter langsam aber sicher in Richtung Frühling steuert, immer angenehmer wird. Nach wochenlangem Dauerregen war der Wohlfühlfaktor doch weniger hoch als gewünscht. Auch die Nachricht, dass dieses Regenwetter völlig ungewöhnlich für diese Zeit ist, hilft dann doch auch eher wenig, um nicht zu sagen gar nicht. Jetzt scheint die Zeit aber endlich vorbei, in der meine Zimmertemperatur mit der Temperatur des Kühlschranks konkurriert! Aktuelle 15 C in der Wohnung fühlen sich da schon richtig luxuriös warm an. Es sollte sich jetzt noch einige Wochen bessern, bevor die Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit das Wetter wieder unerträglich werden lässt. Das kann leider schneller gehen als man sich das wünscht, da Shanghai, den Einheimischen nach, eigentlich nur aus Winter und Sommer besteht und Frühling bzw. Herbst kaum erwähnenswerte Randjahreszeiten sind. Kein Klima, was ich auf Dauer ertragen wollen würde, aber das muss ich ja auch nicht.
Das Klima mag eines der weniger attraktiven Aspekte Shanghais sein, aber dafür gibt es auch eine menge attraktive, allen voran das Essen! Eine wunderbare, vielfältige, chinesische Küche, zu mehr als erschwinglichen Preisen, lassen Shanghai zu einem echten Schlemmerparadies werden, vorausgesetzt natürlich man hat eine Leidenschaft für asiatischen Essen. Mit westlichem Essen tun die Chinesen sich ähnlich schwer wie die Deutschen mit „echter“ chinesischer Küche. Essen ist hier wirklich eines der beliebtesten Hobbies und wird ordentlich zelebriert. Die meisten meiner Co-Worker schlemmen auf jeden Fall lieber ausgiebig nach der Arbeit, als Sport zu machen. Den Sport überlässt die arbeitende Bevölkerung hauptsächlich der Jugend und den Rentnern. Mir bleibt es auf der Grundlage dieser Informationen und der Massen an Essen, die sich viele Chinesen, abends in den Restaurants, reinschaufeln ein Rätsel warum Übergewicht hier nicht im geringsten ein Problem darstellt. Naja good for them würde ich sagen.
Für mich war das einzige Problem, dass Sportvereine daher kaum existieren und Bosch auch ein eher eingeschränktes Sportprogramm anbietet. So konnte ich mich in der ersten Zeit nur an der Wii mit den Chinesen im Tischtennis messen, das aber immerhin erfolgreich. Vorletzte Woche habe ich aber endlich eine Möglichkeit gefunden an einer der Unis ein bisschen Tischtennis zu spielen. Die Chinesen freuen sich auch wirklich über so einen unbekannten Herausforderer und sind zum Teil sehr verblüfft, dass der „Westler“ richtig mit so ‘nem Schläger umgehen kann.
Gut soweit erst einmal aus dem Leben hier in China.

Jetzt bleibt mir noch zu verkünden, dass ich nach einer Zusage vom Leiden University College die Qual der Wahl hatte und mich letztendlich für LUC und gegen Amsterdam entschieden habe. Ich werde also ab Ende August in Den Haag zu finden sein. Aber vorher gucke ich natürlich auch noch für ein paar Wochen in Hamburg vorbei.
Ich habe rausgefunden, dass ich pünktlich zum Endspiel der EM wieder in Deutschland eintreffe, und ein Finale ohne deutsche Beteiligung daher völlig inakzeptabel wäre...