Die ersten zwei Tage meines Praktikums hier in Shanghai sind absolviert und da muss ich natürlich gleich einmal ein bisschen erzählen. Aber der Reihe nach.
Am Mittwoch stand mir erst einmal das Skype Interview mit dem Amsterdam University College (für alle die es nicht wissen, das ist meine Wunschuni) bevor. Doch ein bisschen aufgeregt fand ich mich gleich zwei Professoren „gegenübersitzend“ wieder. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass das Interview ganz gut gelaufen ist, obwohl ich das unglaublich schwierig einzuschätzen finde. Meine Gesprächspartner waren nett und freundlich und mit den meisten Fragen konnte ich auch problemlos etwas anfangen, obwohl es sich doch mehr auf aktuelle politische Geschehnisse etc. bezog, als ich erwartet hatte, aber gut man will ja auch gefordert werden. Jetzt heißt es nur noch warten und fest die Daumen drücken!
Am 9. steht mir dann schon das nächste Interview bevor, diesmal mit LUC (Leiden University College in The Hague).
Aber nun zu Donnerstag und Freitag und dem Grund warum ich eigentlich hier in China rumhänge: meinem Praktikum bei Bosch Investment in Shanghai.
Mehr schlecht als recht ging es los, als am Donnerstag morgen der Wecker mich schon um 7 Uhr aus meinem tiefen Schlaf riss und mir mitteilte, dass ich mein warmes Bett quasi schon mitten in der Nacht verlassen muss. In Businessklamotten geworfen ging es dann aber kurz danach Richtung Metro. Die ersten drei Stationen bis zu meiner Umsteigestation gingen auch relativ angenehm von statten, doch als ich mich Richtung Line 2 bewegte, die mich zu meinem neuen Arbeitsplatz befördern sollte, verlor ich schon ganz schön die Lust. Grund dafür: Die Shanghaier Metro (besonders Line 2) zur allmorgendlichen rush hour. Menschenmassen, Gedränge und bei den Chinesen vor allem extremes Geschubse und Gerämpel. Man kann die Chinesen definitiv als rücksichtlos im Alltagsleben beschreiben und ohne ausgefahrene Ellenbogen brauch man in der rush hour gar nicht erst versuchen Metro zu fahren. Aber gut, schnell an die alten Tugenden des erfolgreichen Skilift anstellens erinnert und los ging es. Die Tatsache, dass ich hier mit meiner Größe eigentlich über alle Menschen in der Metro rüber gucken kann, macht das fahren zur rush hour dann doch einigermaßen erträglich, dennoch fühlte es sich gut an, als ich an meiner Endhaltestelle mit den Massen Richtung Freiheit drängen konnte.
Eine Viertelstunde Fußmarsch später (ab Tag zwei konnte ich mit meinem Bosch Ausweis den Shuttleservice in Anspruch nehmen) stand ich dann vor dem riesigen, neuen Bosch Gebäude. Mit so einem riesen Klotz hatte ich eigentlich nicht gerechnet, da sich in Shanghai keinerlei Produktion, sondern nur Administration befindet. Inzwischen weiß ich aber, dass ich mit ungefähr 2000 Menschen unter einem Dach arbeite, Tendenz steigend (der zweite Anbau ist schon halb fertig).
Mein Mentor, der Head of Human Resources, in dessen Abteilung ich den zweiten Teil meines Praktikums absolvieren werde, gab mir dann eine kleine Einführung und eine Führung durch das Gebäude, in dem man sich eigentlich nur verlaufen kann!
Nach einem mehr als akzeptablen Mittagessen in der riesen Kantine, in der es eine große Auswahl an chinesischem und auch europäischem Essen gibt, wurde ich in meine Abteilung für den ersten Abschnitt meines Praktikums geführt. Ich bin jetzt also Intern in AA/MKT3-CN (drittes Marketingteam für Automotive Aftermarket in China). Mein Team besteht aus 8 Chinesen und zwei weiteren (chinesische) Praktikanten.
Meine Aufgaben waren auch schon schriftlich festgehalten und lauten:
- support to develop a social media concept in CN
- support to define Communication process map
- support doumented procedure: Develop and Manage Channel concepts
Was das alles nun genau bedeutet und beinhaltet werde ich sicher auch noch rauskriegen.
Meine Einführung zum Thema social media hatte ich auch schon und meine Aufgabe besteht wohl darin, Ideen zu entwickeln wo und wie Bosch AA China im Bereich der social media auftreten sollte.
Eine ehemalige deutsche Praktikantin hat glücklicherweise schon ein Grundkonzept über die Notwendigkeit von social media und der social media Landschaft in China erstellt.
In einem Land wo Facebook, Twitter und Youtube (die Plattformen auf denen Bosch international auftritt) allesamt gesperrt sind, stellt sich diese Aufgabe als doch eher Komplex da. Ich werde mal gucken, in wie weit ich Ideen finde, wenn ich die chinesischen social media Konzepte verstanden habe.
Generell ist das arbeiten sicher interessant und lehrreich. Ich sitze übrigens mit ungefähr 150-200 Menschen in einem echten Großraumbüro, in dem das nervigste ist, dass Chinesen bei der Arbeit ganz viel ihr Handy benutzen und andauernd aus allen Richtungen irgendwelche Charthits als Klingeltöne in unglaublicher Lautstärke das ganze Office beschallen. Naja dafür ist es immerhin gut geheizt (eine angenehme Abwechslung zu den gegenwärtigen 8° in meiner Wohnung). Einen echten Dress Code scheint es nicht zu geben und Jeans sind genauso akzeptiert wie Pullover oder Strickjacken. Mit einem Hemd ist man auf jeden fall schon ganz vorne mit dabei.
Ich bin mal gespannt, was die nächsten Monate des Praktikums so mit sich bringen werden und werde natürlich auch weiterhin ab und zu ein bisschen Berichten.
Bin zwar über FB nicht erreichbar, aber Mail und Skype (skypename: ezraijs) funktionieren gut. Vielleicht hört man dann mal ein bisschen was aus der deutschen Eiseskälte.
Am Mittwoch stand mir erst einmal das Skype Interview mit dem Amsterdam University College (für alle die es nicht wissen, das ist meine Wunschuni) bevor. Doch ein bisschen aufgeregt fand ich mich gleich zwei Professoren „gegenübersitzend“ wieder. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass das Interview ganz gut gelaufen ist, obwohl ich das unglaublich schwierig einzuschätzen finde. Meine Gesprächspartner waren nett und freundlich und mit den meisten Fragen konnte ich auch problemlos etwas anfangen, obwohl es sich doch mehr auf aktuelle politische Geschehnisse etc. bezog, als ich erwartet hatte, aber gut man will ja auch gefordert werden. Jetzt heißt es nur noch warten und fest die Daumen drücken!
Am 9. steht mir dann schon das nächste Interview bevor, diesmal mit LUC (Leiden University College in The Hague).
Aber nun zu Donnerstag und Freitag und dem Grund warum ich eigentlich hier in China rumhänge: meinem Praktikum bei Bosch Investment in Shanghai.
Mehr schlecht als recht ging es los, als am Donnerstag morgen der Wecker mich schon um 7 Uhr aus meinem tiefen Schlaf riss und mir mitteilte, dass ich mein warmes Bett quasi schon mitten in der Nacht verlassen muss. In Businessklamotten geworfen ging es dann aber kurz danach Richtung Metro. Die ersten drei Stationen bis zu meiner Umsteigestation gingen auch relativ angenehm von statten, doch als ich mich Richtung Line 2 bewegte, die mich zu meinem neuen Arbeitsplatz befördern sollte, verlor ich schon ganz schön die Lust. Grund dafür: Die Shanghaier Metro (besonders Line 2) zur allmorgendlichen rush hour. Menschenmassen, Gedränge und bei den Chinesen vor allem extremes Geschubse und Gerämpel. Man kann die Chinesen definitiv als rücksichtlos im Alltagsleben beschreiben und ohne ausgefahrene Ellenbogen brauch man in der rush hour gar nicht erst versuchen Metro zu fahren. Aber gut, schnell an die alten Tugenden des erfolgreichen Skilift anstellens erinnert und los ging es. Die Tatsache, dass ich hier mit meiner Größe eigentlich über alle Menschen in der Metro rüber gucken kann, macht das fahren zur rush hour dann doch einigermaßen erträglich, dennoch fühlte es sich gut an, als ich an meiner Endhaltestelle mit den Massen Richtung Freiheit drängen konnte.
Eine Viertelstunde Fußmarsch später (ab Tag zwei konnte ich mit meinem Bosch Ausweis den Shuttleservice in Anspruch nehmen) stand ich dann vor dem riesigen, neuen Bosch Gebäude. Mit so einem riesen Klotz hatte ich eigentlich nicht gerechnet, da sich in Shanghai keinerlei Produktion, sondern nur Administration befindet. Inzwischen weiß ich aber, dass ich mit ungefähr 2000 Menschen unter einem Dach arbeite, Tendenz steigend (der zweite Anbau ist schon halb fertig).
Mein Mentor, der Head of Human Resources, in dessen Abteilung ich den zweiten Teil meines Praktikums absolvieren werde, gab mir dann eine kleine Einführung und eine Führung durch das Gebäude, in dem man sich eigentlich nur verlaufen kann!
Nach einem mehr als akzeptablen Mittagessen in der riesen Kantine, in der es eine große Auswahl an chinesischem und auch europäischem Essen gibt, wurde ich in meine Abteilung für den ersten Abschnitt meines Praktikums geführt. Ich bin jetzt also Intern in AA/MKT3-CN (drittes Marketingteam für Automotive Aftermarket in China). Mein Team besteht aus 8 Chinesen und zwei weiteren (chinesische) Praktikanten.
Meine Aufgaben waren auch schon schriftlich festgehalten und lauten:
- support to develop a social media concept in CN
- support to define Communication process map
- support doumented procedure: Develop and Manage Channel concepts
Was das alles nun genau bedeutet und beinhaltet werde ich sicher auch noch rauskriegen.
Meine Einführung zum Thema social media hatte ich auch schon und meine Aufgabe besteht wohl darin, Ideen zu entwickeln wo und wie Bosch AA China im Bereich der social media auftreten sollte.
Eine ehemalige deutsche Praktikantin hat glücklicherweise schon ein Grundkonzept über die Notwendigkeit von social media und der social media Landschaft in China erstellt.
In einem Land wo Facebook, Twitter und Youtube (die Plattformen auf denen Bosch international auftritt) allesamt gesperrt sind, stellt sich diese Aufgabe als doch eher Komplex da. Ich werde mal gucken, in wie weit ich Ideen finde, wenn ich die chinesischen social media Konzepte verstanden habe.
Generell ist das arbeiten sicher interessant und lehrreich. Ich sitze übrigens mit ungefähr 150-200 Menschen in einem echten Großraumbüro, in dem das nervigste ist, dass Chinesen bei der Arbeit ganz viel ihr Handy benutzen und andauernd aus allen Richtungen irgendwelche Charthits als Klingeltöne in unglaublicher Lautstärke das ganze Office beschallen. Naja dafür ist es immerhin gut geheizt (eine angenehme Abwechslung zu den gegenwärtigen 8° in meiner Wohnung). Einen echten Dress Code scheint es nicht zu geben und Jeans sind genauso akzeptiert wie Pullover oder Strickjacken. Mit einem Hemd ist man auf jeden fall schon ganz vorne mit dabei.
Ich bin mal gespannt, was die nächsten Monate des Praktikums so mit sich bringen werden und werde natürlich auch weiterhin ab und zu ein bisschen Berichten.
Bin zwar über FB nicht erreichbar, aber Mail und Skype (skypename: ezraijs) funktionieren gut. Vielleicht hört man dann mal ein bisschen was aus der deutschen Eiseskälte.
ezraijs | 05. Februar 12 | 0 Kommentare
| Kommentieren